Kanus
Von anderen Bootsarten unterscheiden sich Kanus dadurch, dass die Paddel in Blickrichtung bewegt werden.
Historische Funde lassen darauf schließen, dass die ersten Kanus bereits 4000 v. Chr. am Euhprat eingesetzt worden sind. Einbäume, aber auch die Kanus der Indianer Nordamerikas gelten als Vorläufer der heutigen Kanus.
Die Kanuten benutzen ein Doppelpaddel für den Antrieb. Eine Spezialform der Kanus sind die Canadier. Dort knien die Fahrer in der Regel und benutzen ein Stechpaddel. Entscheidende Eigenschaften der Kanus sind die Schnelligkeit und die Wendigkeit. Im Vergleich zu anderen Bootsarten weisen Kanus auch eine hohe Kippstabilität auf.
Kanusport gab es schon im 19. Jahrhundert. Der 1905 in Hamburg gegründete Alster-Canoe-Club besteht heute noch. Nach dem Ersten Weltkrieg fanden die ersten Deutschen Meisterschaften im Kanusport statt und es erfolgte die noch heute gültige Klasseneinteilung in Kajaks und Kanadier. Die erste olympische Kanu-Ragatta fand 1936 in Berlin-Grünau statt. Heute ist der Lange See in Grünau übrigens Austragungsort für Motorboot-Meisterschaften. Die ersten Kanu-Weltmeisterschaften wurden zwei Jahre später in Schweden ausgetragen. Auch Kanu-Staffelwettbewerbe waren in den sechziger Jahren olympische Disziplin – 1972 in München wurde erstmals der Kanu-Slalom ausgetragen.
Neben den Olympischen Spielen, den Welt- und Europameisterschaften sind die World Games für Sportarten, die bei Olympia nicht vertreten sind, ein wichtiges internationales Ereignis, bei dem auch Kanu-Sportsportarten ausgetragen werden. Der Kanusport weist eine Reihe von Disziplinen auf. Am bekanntesten ist der Kanurennsport für Kajak oder Kanadier, der auf geraden Bahnen über unterschiedliche Strecken mit ein, zwei oder vier Kanuten ausgetragen wird. Beim Kanuslalom müssen auf schnell fließendem Wasser auf einer künstlichen oder natürlichen Slalomstrecken Tore auf einem festgelegten Streckenverlauf durchfahren werden. Ein fester Streckenabschnitt muss auch beim Wildwasserrennsport auf Zeit zurückgelegt werden. Es gibt dabei Sprintstrecken und Strecken über lange Distanzen.